Legenden zu Safran
Safrankrokus
Die kräftigende, herzstärkende und aphrodisierende Wirkung des psychoaktiven Safrans war schon in der vorchristlichen Zeit bekannt und auch als Halluzinogen und Opiumersatz war er beliebt.
Dioskurides verordnete ihn bei krampfartigen Schmerzen; in der islamischen Medizin stärkt er den Geschlechtstrieb. Die alten Phönizier bereiteten zu Ehren ihrer Liebesgöttin stark safrangewürzte Kuchen, wenn sie sich Glück in der Liebe wünschten. Marc Aurel badete in Safranwasser, weil es die Haut verschönte und angeblich auch die Manneskraft steigerte. In Indien, der Heimat dieses Gewürzes, sollen sich die Frauen Safranfäden in ihr Schamhaar weben, um ihre Männer "anzumachen"!
Safran ist in der Ayurveda-Medizin eines der wichtigsten Liebesgewürze; als Tee und Wein steigert es die Sinnlichkeit im erotisch-sexuellen Bereich, als Gewürz die Vitalität und Energie.
Wer kennt nicht den alten Kinderreim:
Backe, backe Kuchen der Bäcker hat gerufen:Wer will guten Kuchen backen, der muss haben sieben Sachen: Eier und Schmalz, Butter und Salz, Milch und Mehl, Safran macht den Kuchen gel. [gelb] Schieb, schieb in' Ofen 'nein.
Shakespeare meint in seinem Wintermärchen: *Ich muss Safran haben zum Färben der Apfelkuchen*.
Eine Bouillabaisse (das bekannte südfranzösische Fischgericht) oder die spanische Paella sind ohne - den gelbfärbenden und wohlschmeckenden Safran nicht denkbar und durch ihn "aphrodisierend"; würzen Sie für ein Liebesmahl auch die "normale" Fischsuppe mit Safran.
Wertvoll ist Safran auch als Zugabe für Ragouts, Pilaws, Risottos, Saucen, Meeresfrüchte, aber auch für Desserts. Er muß trocken, kühl und lichtgeschützt, möglichst luftdicht im Glas aufbewahrt werden.
"Frische Feigen auf einem Bett von Joghurt mit Safran und Honig sind eine paradiesische Dessert-Verführung".
Safran ist das teuerste Gewürz der Welt - um auf ein halbes Kilogramm getrocknetes "Blut des Herakles", wie er in der Antike genannt wurde, zu kommen, muß die unvorstellbar große Menge von 200 000 - 400 000 Narben von Hand gepflückt werden; denn nur sie werden verwendet! (In der Blumensprache bedeutet Safran - "Hüte dich vor Ausschweifungen"...).
Von daher erklärt sich der hohe Preis - und wohl auch die Unmöglichkeit, Safran zum Zweck der Verwendung im Garten zu pflanzen. , Spanien und Iran sind die Hauptanbaugebiete, er wird aber auch gewerbsmäßig angebaut in Frankreich, Indien, Italien, Marokko, Türkei, China und im Kanton Wallis / Schweiz . Beim Kauf sollte man die Fäden bevorzugen, da gemahlener Safran schneller an Aroma verliert - und sich die Qualität so besser überprüfen läßt.
Früher färbte man mit ihm nicht nur Butter und Käse, sondern auch Gardinen und andere Gewebe. Die starke Färbung ergibt sich durch den Farbstoff Krozin (0,1 g. Safran färben 3 Liter intensiv gelb).